Wir sind für Sie da

Empfängnisverhütung (Kontrazeption)

Empfängnisverhütung bedeutet nicht nur Familienplanung sondern erlaubt die Trennung von Sexualität und Fortpflanzung und ermöglicht der Frau dadurch ein hohes Mass an Selbstbestimmung.

Man unterscheidet dabei nach dem Wirkprinzip die Arten der Verhütung:

  • Hormonelle Verhütung („Pillen“, Depotpräparate)
  • Intrauterinpessare (IUP), Spiralen
  • Barrieremethoden
  • Chemische Verhütungsmethoden

Die Sicherheit von Empfängnisverhütungsmitteln bzw. –methoden wird im sogenannten Pearl Index angegeben, einer Verhältniszahl errechnet aus der Gesamtzahl von ungewollten Schwangerschaften zur Anzahl der Anwendungsmonate. Der Pearl Index bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr wird mit 80 festgesetzt - je kleiner der Pearl Index ist, umso sicherer ist die Methode zur Empfängnisverhütung

HORMONALE KONTRAZEPTION:

Pille ist nicht gleich Pille. Alle Antibaby-Pillen verhüten eine Schwangerschaft durch Zufuhr von weiblichen Sexualhormonen. Sie unterscheiden sich jedoch durch die Art und Kombination der eingesetzten Substanzen und auch im Wirkprinzip.

DIE „PILLEN“

Die Mikropille:
Sie besteht aus einem gering dosiertem Östrogen und Gestagen und ist daher besonders gut verträglich. Sie verhindert den Eisprung (Ovulation), der Schleim im Gebärmutterhals wird fester und für Samenzellen (Spermien) undurchlässiger. Sie verändert auch den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verhindert dadurch die Einnistung der befruchtetet Eizelle.

  • Vorteil: Die Hormonbelastung ist niedrig.
  • Nachteil: Unverträglichkeit der synthetischen Hormone möglich
  • Sicherheit: Sehr hoch (Pearl Index 0,5)

Die Minipille:
Sie enthält lediglich ein Gestagen. Sie muss täglich und pünktlich eingenommen werden (Spielraum 3 Stunden). Die Minipille verändert den Schleim im Gebärmutterhals, so dass die Samenzellen nicht in die Gebärmutter gelangen können. Bei 50% aller Frauen wird der Eisprung nicht verhindert und kann Zwischenblutungen verursachen. Sie ist besonders für stillende Mütter geeignet.

  • Vorteil: Geringe Hormonbelastung
  • Nachteil: Einnahmefehler, da nur kleines Zeitfenster von 3 Stunden, Auftreten von Zwischenblutungen
  • Sicherheit: Hoch, aber nicht so sicher wie die Mikropille (Pearl Index 0,5 - 3,0)

Die östrogenfreie Pille:
Sie enthält lediglich ein Gestagen, das den Eisprung zuverlässig verhindert und wird durchgehend über 28 Tage eingenommen. Der Spielraum für die Einnahme beträgt 12 Stunden.

  • Vorteil: Pausenlose Einnahme, geeignet während der Stillzeit
  • Nachteil: Auftreten von Zwischenblutungen
  • Sicherheit: hoch, wie eine Mikropille (Pearl Index 0,4)

Die Pille danach:
Sie ist eine Notlösung wenn es zu einem Geschlechtsverkehr ohne Verhütungsschutz in der Zeit des Eisprungs kommt. Sie kann bis zu 72 Stunden danach eingenommen werden, aber sie ist am sichersten innerhalb der ersten 12 Stunden. Also je früher die Einnahme erfolgt, desto sicherer wird eine mögliche Schwangerschaft verhütet.

  • Vorteil: Verhütung, wenn nicht an Verhütung gedacht wurde
  • Nachteil: hohe Hormonbelastung
  • Sicherheit: Hoch (Pearl Index 1,0).

DEPOT PRÄPARATE

Verhütungsring:
Der Verhütungsring wird von der Frau selbst in die Scheide eingesetzt und nach drei Wochen entfernt. Es folgt eine ringfreie Woche, in der eine Entzugsblutung eintritt. Die Hormone sind sehr niedrig dosiert und die Verträglichkeit ist sehr gut.

  • Vorteil: geringe Hormonbelastung, von der Frau selbst anwendbar
  • Nachteil: kann in seltenen Fällen beim Geschlechtsverkehr gespürt werden
  • Sicherheit: hoch (Pearl Index 0,65).

3-Monatspritze (Depot-Gestagene):
Sie eignet sich nicht für eine kurzfristige Unterbrechung der Fertilität. Sie wird vor allem von älteren Frauen nach abgeschlossener Familienplanung verwendet oder von Frauen, bei denen Östrogene verboten sind. Auch Frauen, die nicht ständig an Verhütung denken wollen, verwenden diese Methode.

  • Vorteil: für 3 Monate braucht man sich keine Gedanken um Verhütung zu machen
  • Nachteil: relativ hohe Hormonbelastung, eventuell Gewichtszunahme
  • Sicherheit: hoch (Pearl Index 0,3).

Hormonimplantat:
Das Hormonstäbchen wird in den Oberarm für eine Dauer von 3 Jahren eingelegt. Von dort wird das Hormon gleichmäßig direkt in das Blut abgegeben. Es verhindert den Eisprung und im Gebärmutterhals wird ein Schleimpfropf gebildet. Das Stäbchen wird unter lokaler Betäubung durch einen Schnitt aus dem Oberarm entfernt, wodurch eine Narbe entsteht.

  • Vorteil: lange Verweildauer, keine Belastung von Magen und Darm
  • Nachteil: Die häufigsten Komplikationen sind Zwischenblutungen, Akne, Brustspannen und Gewichtszunahme. Zur Einlage und Entnahme ist ein ärztlicher Eingriff nötig
  • Sicherheit: hoch, wie orale Kontrazeptiva.

Hormonspirale:
Sie besteht aus einem T-förmigen Kunststoffträger mit einem Hormonreservoire im Schaft und wird in die Gebärmutter für die Dauer von 5 Jahren eingesetzt. Bei dem Hormon handelt sich um einen Gestagen. Außer zur Empfängnisverhütung ist sie auch zur Behandlung von zu starken Blutungen geeignet. Der Eisprung wird nicht unterdrückt, der Hormonhaushalt der Anwenderin wird nicht beeinflusst, da das Gestagen nur in der Gebärmutter wirkt.

  • Vorteil: Lange Verweildauer, keine Beeinflussung des Hormonhaushaltes
  • Nachteil: Zur Einlage und Entfernung ist ein ärztlicher Eingriff nötig
  • Sicherheit: Sehr hoch (Pearl Index 0,14).

INTRAUTERINPESSARE (IUP, SPIRALEN)

Wirkstofffreie Spirale:
Sie besteht meist aus Kunststoff und verursacht in der Gebärmutter einen Fremdkörperreiz, eine abakterielle Entzündung der Gebärmutterschleimhaut. Sie sind in Deutschland nicht mehr im Handel.

Kupferspirale:
Kupferspiralen müssen etwa alle drei bis fünf Jahre ausgewechselt werden. Der Schaft der Spirale ist mit einem Kupferdraht umwickelt. Die Kupferionen verstärken die Fremdkörperreaktion. Sie wirken auf Samenzellen toxisch und verkürzen dadurch ihre Lebensdauer.

  • Vorteil: Lange Verweildauer, keine Hormonbelastung
  • Nachteil: Sie verursachen häufig schmerzhaftere, stärkere und längere Blutungen. Auch können Entzündungen und Infektionen der Gebärmutterschleimhaut und der Eileiter häufiger auftreten. Bei diesen droht die Unfruchtbarkeit. Zur Einlage und Entfernung ist ein ärztlicher Eingriff nötig.
  • Sichherheit: sehr hoch (Pearl Index 0,3-0,7).

Hormonspirale:
Siehe unter hormonale Kontrazeption.

BARRIEREMETHODEN:

Diaphragma (Scheidenpessar):
Es besteht aus einer kreisrunden Flachfeder, über die kuppelartig eine weiche Latexmembran gespannt ist. Das Diaphragma muss individuell angepasst werden und sollte immer zusammen mit einem chemischen Verhütungsmittel verwendet werden. Sie eignet sich besonders für Frauen, die selten Geschlechtsverkehr haben.

  • Vorteil: Keine Hormonbelastung
  • Nachteil: Die korrekte Plazierung kann schwierig sein, das Diaphragma muß angepaßt werden, die Spontanität ist eingeschränkt
  • Sicherheit: Mittel (Pearl Index 5).

Portiokappe:
Sie besteht aus Weichgummi und kann wie ein Diaphragma von der Frau selbst angewendet werden, sie sitzt dann wie ein Fingerhut auf dem Gebärmutterhals. Sie sollte stets mit einem die Samenzellen abtötenden Gel zusammen verwendet werden.

  • Vorteil: Keine Hormonbelastung
  • Nachteil: Muß vom Gynäkologen angepaßt werden, eingeschränkte Spontanität
  • Sicherheit: Mittel, entspricht der von Diaphragma oder Kondom (Pearl Index 7)

Kondom:
Kondome werden aus Latexmilch hergestellt, es gibt aber auch latexfreie aus Polyurethan (Durex Avanti). Die Sicherheit ist sehr abhängig von der richtigen Anwendung, es schützt aber als einziges Verhütungsmittel auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten.

  • Vorteil: Keine Hormonbelastung, nicht rezeptpflichtig
  • Nachteil: Latex kann Allergien auslösen, eingeschränkte Spontanität
  • Sichherheit: mittel bis gering (Pearls Index 3-12).

Frauenkondom:
Es besteht aus einem Schlauch aus Polyurethan oder auch inzwischen aus Latex mit je einem flexiblen Ring am jedem Ende.

  • Vorteil: Keine Hormonbelastung, nicht rezeptpflichtig
  • Nachteil: Plazierung, eingeschränkte Spontanität
  • Sichherheit: etwa wie der von Kondomen für Männer (Pearl Index 3-12).

CHEMISCHE VERHÜTUNGSMETHODEN:

Sie wirken nur lokal und werden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt. Sie verschließen den Muttermund, töten die Samenzellen ab und lähmen sie in ihrer Beweglichkeit. Hierzu gehören Vaginalzäpfchen, Vaginalgele, Vaginalschäume und Verhütungsschwämme.

  • Vorteil: keine Hormonbelastung, nicht rezeptpflichtig
  • Nachteil: als alleiniges Verhütungsmittel ungeeignet, kein spontaner Sex
  • Sichherheit: gering (Pearl Index 8-43)